„Viele werden sich neu orientieren müssen“

Wolfgang Kicherer, Personalberater der Transfergesellschaft Refugio.

Interview mit Wolfgang Kicherer, Personalberater der Transfergesellschaft Refugio. Er klärt mit Menschen, die ihren Arbeitsplatz verlieren, ob für sie eine Tätigkeit im sozialen Bereich in Frage kommt.

War der Transfer in den Bereich der Sozialwirtschaft bisher bei Ihren Vermittlungen ein Thema?
Auch in der Vergangenheit wurde vereinzelt Beschäftigten die Möglichkeit gegeben, während ihrer Beschäftigung in der Transfergesellschaft Refugio eine Berufsausbildung im sozialen Bereich zu machen.

Wie sehen Sie die Zukunftsprognosen in der Zusammenarbeit mit der Sozialwirtschaft?
Darin sehe ich ein sehr großes Potenzial. Schon Ende 2019 haben sich deutliche Einbrüche und ein Strukturwandel in Automobilindustrie, Maschinenbau und den Zulieferbetrieben abgezeichnet. Durch die Corona-Krise wurde dies beschleunigt. In naher Zukunft werden sich viele Beschäftigte beruflich neu orientieren müssen. Im sozialen Bereich sehe ich eine große Chance für die Betroffenen.

Wie haben Sie die Informationsveranstaltung erlebt?
Frau Ensinger von der Diakonie Württemberg und Frau Schneider von Dienste für Menschen haben diesen komplexen Bereich verständlich und greifbar für die Beschäftigten vorgestellt und erklärt. Für mich war es sehr bemerkenswert zu sehen, wie interessiert die Beschäftigten waren und wie zielgerichtet sie nachgefragt haben. Es war deutlich, wie aus Halbwissen und Vorurteilen ernsthaftes Interesse entstand und diese Möglichkeit als neue berufliche Alternative in Betracht kam.

Waren Sie überrascht von der Resonanz der Beschäftigten?
Ja, ich war sehr überrascht, da ich vor der Infoveranstaltung mit zwei oder drei interessierten Beschäftigten gerechnet habe. Jetzt sind es elf, die diese neue berufliche Herausforderung annehmen wollen. Derzeit sind wir noch an der Prüfung, ob alle die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen zur Berufsausbildung mitbringen oder zuerst Qualifizierung brauchen.

Wo sehen Sie die Herausforderungen bei der Vermittlung in den sozialen Bereich?
Einen direkten persönlichen Zugang zu den Beschäftigten und sehr sehr viel an detaillierten Informationen. Vielen ist nicht bekannt, wie vielseitig und komplex eine Beschäftigung im sozialen Bereich ist und wie krisensicher diese Arbeitsplätze sind. Selbst das Vorurteil der so schlechten Bezahlung trifft nicht zu.

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