Die letzten Dinge regeln

Für die meisten Bewohner und Bewohnerinnen von Altenpflegeeinrichtungen und von Einrichtungen der Behindertenhilfe liegen keine aussagekräftigen Wünsche zur Behandlung am Ende ihres Lebens vor. Patientenverfügungen sind kaum anwendbar, weil die darin beschriebenen Konstellationen mit den spezifischen medizinischen Entscheidungssituationen nicht übereinstimmen. 

Durch die Neuerung im Hospiz- und Palliativgesetz nach § 132g SGB V können Altenpflegeeinrichtungen und Einrichtungen der Behindertenhilfe ihren Bewohnerinnen und Bewohner Angebote zur gesundheitlichen Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase machen.

Umfassender als Patientenverfügung

Die gesundheitliche Versorgungsplanung gleicht einer Patientenverfügung, allerdings ist sie wesentlich umfassender und detaillierter. So können die medizinischen, sozialen und seelsorglichen Wünsche und Bedürfnisse der Bewohner eingehend in ruhiger Atmosphäre und mit genügend Zeit  besprochen, geklärt und auf Wunsch danach auch schriftlich festgehalten werden.

Das Diakonische Werk Württemberg bietet in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Institut für Soziale Berufe (DI) seit Januar 2020 eine Ausbildung zur/zum Gesprächsbegleiter/in für die gesundheitliche Versorgungsplanung an. Sie enthält ein eigenes zusätzliches Seelsorge-Modul. Für das Jahr 2021 ist ein weiteres Ausbildungsangebot geplant.

Stationäre und ambulante Einrichtungen und Dienste der Altenhilfe sowie der Behindertenhilfe qualifizieren Mitarbeitende zu Gesprächsbegleiter/innen mit dem Kursangebot des DI, um die gesundheitliche Versorgungsplanung in ihren Einrichtungen anbieten zu können.

Thematisch geht es um medizinische, palliative und seelsorgliche Inhalte. Darüber hinaus werden die Einrichtungen aus organisationsethischer Perspektive beraten, die gesundheitliche Versorgungsplanung einzuführen und entsprechende Vorbereitungen einzuleiten.

Im November 2020 findet zudem eine Plattformtagung zur Information und zum Austausch bisheriger Erfahrungen statt.