Qualitätsentwicklung in der Pflege

Schulungen tragen zur Steigerung der Qualität in der Pflege bei. Bei Mitarbeitenden in der ambulanten und der stationären Pflege kamen die Angebote gut an.

Beraten in der ambulanten Pflege

Der Stellenwert der Beratung hat in der ambulanten Pflege deutlich zugenommen. Die Abteilung Gesundheit, Alter, Pflege hat darauf reagiert und den neunten Kurs zur Weiterentwicklung der Beratungskompetenz für 15 Teilnehmende angeboten.

Diakonische Kultur und Haltung erweisen sich neben dem Fachwissen als wesentliche Qualitätsmerkmale von Beratung. Hinsichtlich Rollen- und Beratungsverständnis wurden die Empfehlungen nach § 37 SGB XI für Qualitätssicherung der Beratungsbesuche berücksichtigt. „Ich kann gezielt Fragen stellen und kommunizieren, habe großes Fachwissen erworben und kann jetzt über den Tellerrand schauen“, so das Fazit einer Teilnehmerin.

15 Pflegefachkräfte aus Diakonie-Sozialstationen haben ihre Qualifikation zum Pflegeberater/zur Pflegeberaterin (Diakonie) am 3. Juli 2020 nach zwei Studienwochen erfolgreich abgeschlossen. Die Weiterbildung qualifiziert die Pflegeberater/innen in der passgenauen Beratung und der individuellen Schulung der Klientinnen und Klienten der Diakonie-Sozialstationen. Pflegende Angehörige werden über Entlastungsangebote des Gesetzgebers, der Kommunen und der Kirchengemeinden informiert. Ein Beratungsnetzwerk wurde untereinander geknüpft.

Qualität in der stationären Pflege

Im stationären Bereich nahmen im vergangenen Jahr das Thema Qualität und die neuen Qualitätsprüfungen in der stationären Pflege viel Raum und Zeit ein. Rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden an 16 Terminen als Multiplikatoren für die indikatorengestützte Qualitätsberichterstattung in den stationären Pflegeeinrichtungen geschult. Seit dem 1. November 2019 wird die neue Qualitätsbeurteilung durch den Medizinischen Dienst in den stationären Pflegeeinrichtungen umgesetzt. Entsprechend groß war vorab das Interesse der Einrichtungen, gut auf diese vorbereitet zu sein.

Zwei identische Fachtage wurden durchgeführt, um dem Anmeldungsandrang gerecht zu werden. Trotz des inhaltlich oft trockenen Stoffes konnte dieser immer wieder humorvoll von den Referierenden dargestellt werden: „Erschießen Sie nicht den Boten“ oder „Stellen Sie sich das Ganze wie ein Lego-Grundset vor, das Sie zu Weihnachten bekommen haben und zu Ostern und zum es dann von Mama und Papa das Erweiterungsset“, waren Zitate, die für auflockernde Momente sorgten.

Schulungen kamen gut an

Zwei der Schulungen wurden speziell für Lehrkräfte, die im Gesundheitswesen unterrichten, angeboten. Für die Schulungen und Fachtage erhielten die Abteilung GAP und die durchführenden Referentinnen und Referenten viel Anerkennung und Lob. Auch dass versucht wurde, Lehrkräfte aus dem Gesundheitswesen in die Schulungen einzubeziehen und für diese zwei gesonderte Termine mit leicht verändertem Inhalt anzubieten, kam sehr gut an und wurde im Feedback nach den Fortbildungen nochmals hervorgehoben: „Danke für eine wirklich gute Fortbildung, die auch die Sicht der Lehrkräfte berücksichtigt hat!“, „Ganz, ganz herzlichen Dank für den sehr interessanten und instruktiven Fortbildungstag, dass Sie an uns Lehrkräfte in der Weise gedacht haben und für diese vielen Materialien, die den Zugang und die Erarbeitung wirklich sehr erleichtern. Das alles ist keine Selbstverständlichkeit.“

Deutlich wurde aber auch, dass es einen großen Schulungsbedarf im Bezug auf ein Fachgespräch gibt, das die Mitarbeitenden des MDK zukünftig im Rahmen der Prüfungen mit den pflegerischen Fachkräften führen werden. Das Diakonische Werk Württemberg hat dies wahrgenommen und zusammen mit der Wilhelmshilfe Göppingen ein Schulungskonzept dafür entworfen, das leider durch Corona in der Durchführung gestoppt wurde. Aber wenn Corona überwunden ist, ist das Diakonische Werk noch da und wird die Schulungen fortsetzen und auch die ambulanten Dienste über Neuerungen in ihren zukünftigen Qualitätsprüfungen mit viel Engagement informieren.