15 Jahre Migrationsberatung für Erwachsene

Gestalteter Asylstuhl.

Seit 2005 bietet der Bund die Migrationsberatung für erwachsene Zugewanderte (MBE) an. Sie ergänzt die Integrationskurse und wird dezentral durchgeführt von den Trägern der Freien Wohlfahrtspflege.

Ziel der Migrationsberatung für Erwachsene ist es, neu zugewanderte Menschen mit einem auf Dauer angelegten Aufenthaltsstatus bei der beruflichen und sozialen Integration zu begleiten und zu unterstützen. Die Beraterinnen und Berater bestärken die Menschen, Schritt für Schritt alle Angelegenheiten des täglichen Lebens selbstständig zu bewältigen und möglichst finanziell unabhängig zu werden. Das symbolisiert der aus der Kampagne „Platz für Asyl in Europa“ ausgewählte Stuhl. Wichtige Themenfelder in der Beratung sind der Spracherwerb, die berufliche Orientierung, die soziale Integration sowie Ehe, Familie und Erziehung. Auf der Netzwerkebene ist die Zusammenarbeit mit Behörden, Organisationen und Unternehmen für den Integrationsprozess unabdingbar.

Beispiel Berufliche Integration

Herr N. hat eine Arbeit in Deutschland gefunden und ist mit einem Visum über die Westbalkanregelung ohne vorherige Fachkraftanerkennung eingereist. Sein erstes Arbeitsverhältnis erwies sich als prekär und ausbeuterisch. In der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Migrationsberatung für Erwachsene konnten Ressourcen aktiviert und sein Wille und sein Ziel, als Fachkraft zu arbeiten, herausgearbeitet und intensiv besprochen werden. Von der MBE erhielt Herr N. wichtige Informationen zu den Themen Fachkräfteanerkennung und Arbeiten in Deutschland. Gemeinsam wurde vereinbart, welche Schritte Herr N. zwischen den einzelnen Sitzungen selbstständig bearbeitet und welche die Migrationsberatung für Erwachsene übernimmt. Herr N. hat seine Schritte jeweils zielstrebig umgesetzt, weil er so schnell wie möglich als Fachkraft arbeiten wollte. Auch das notwendige Sprachniveau hat er erreicht. Inzwischen arbeitet er als Fachkraft bei einem anderen Arbeitgeber.

Chancen und Perspektiven

Integration bedeutet einen wechselseitigen und intensiven Prozess. Bis sich Chancen und Perspektiven für Menschen mit Flucht- und Migrationsgeschichte eröffnen, müssen teilweise viele Hürden – oft struktureller Art – überwunden werden. Dadurch wird viel Potenzial gebunden, das Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte in eine offene und gerechte Gesellschaft einbringen könnten.