Herausforderungen der Pandemie für die Pflege

Das Corona-Virus hat die Abteilung Gesundheit, Alter, Pflege gut beschäftigt. Plötzlich ist alles anders. Von einem Tag auf den anderen sitzen die Kolleginnen und Kollegen im Homeoffice, bemühen sich Absprachen am Telefon und per Mail zu treffen, Mitglieder gut zu informieren, Ansprechpartner für verunsicherte Leitungskräfte zu sein, zuzuhören, Angebote für Schutzausrüstungen zu vermitteln.

Sie suchen ihrerseits Ansprechpartner und versuchen gemeinsam als Team den Überblick über Nachrichten und Informationen zu behalten. Der Lockdown stellt Referentinnen mit kleinen Kindern vor große Probleme. Digitale Teamsitzungen werden begonnen, die Freude, sich wenigstens so zu sehen, ist groß. Das Format wird auf Besprechungen mit Leitungskräften aus der Pflege ausgeweitet.

Land auf Krise wenig vorbereitet

Überrascht sind alle, wie schlecht unser Land auf so eine Krise vorbereitet ist und dass es keine Lager mit Vorratshaltung für Schutzausrüstung gibt. Pflegekräfte und Ehrenamtliche werden erfinderisch im Auffinden und Herstellen von Masken und Schutzkitteln. Ständig kommen neue Anweisungen und Vorgaben per Mail rein, die umzusetzen sind. Mitarbeitende brechen durch Erkrankung weg, haben Angst sich selbst zu infizieren, fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Von den Mitgliedseinrichtungen bekommt die Abteilung viel Lob für die Informationspolitik und die Erreichbarkeit.

Heime unterschiedlich betroffen

Verbesserungsvorschläge werden, wo es möglich ist, eingebracht und angewandt. Einrichtungen stehen vor dem Problem, Kohortenisolierungen durchführen zu müssen. Die Herausforderungen der Pandemie hängen auch davon ab, wie stark eine Einrichtung von Corona betroffen ist. Wenn sie viele ihrer Heimbewohnerinnen und Heimbewohner in kürzester Zeit verlieren, ist das eine extrem belastende Situation und bringt Mitarbeitende, Angehörige, die sich nicht verabschieden konnten, und die anderen Heimbewohner an ihr Limit. Überall gelten strenge Besuchseinschränkungen. Ehrenamtliche fallen aus. Die Mitarbeitenden kompensieren, wo sie können und kümmern sich mit großem persönlichen Einsatz um eine gute Begleitung der Pflegebedürftigen und ihrer Angehörigen in dieser schwierigen Situation.

Lernen aus Corona

Für die Diakonie Württemberg gilt es Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten zu gewinnen und diese aufzuarbeiten. Es geht um die Fragen: „Wie kann man sich in Zukunft auf derartige Ereignisse besser vorbereiten und was kann und muss man aus Corona lernen?“ Corona wird also auch nach dem Abklingen der Infektionswelle die Abteilung für eine Weile weiter beschäftigen.


Kirchenrätin Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik, zur Situation und Arbeit in der Pflege während der Corona-Krise.