Liebe Leserin, lieber Leser,

unser Thema „Menschen(s)kind“ für das Jahr 2020 könnte kaum passender gewählt sein. Menschenskind, wie hat Corona unsere Arbeit verändert! Menschenskind, wie engagiert haben unsere Mitarbeitenden jedes Menschenkind in diakonischen Einrichtungen und Diensten über das Normale hinaus begleitet, versorgt und beraten.

Diakonische Angebote zeichnen sich durch die Nähe zu Menschen aus. Deshalb galt es, schnell auf Schutzbestimmungen und Finanzierungsregelungen zu reagieren. In der Pflege und Behindertenhilfe musste dringend Schutzausrüstung beschafft werden, um Pflegebedürftige und Mitarbeitende vor einer Ansteckung zu schützen. Die Corona-Verordnungen wurden ausgewertet und umgesetzt, Besuchsregelungen schweren Herzens eingeführt. Ständig kamen neue Verordnungen aus den Ministerien. Unsere Fachabteilungen werteten aus und kommunizierten fast rund um die Uhr mit den Einrichtungen und Diensten. Bei Lücken in den Bestimmungen meldeten wir uns zu Wort. Es hat sich gelohnt. Die Gespräche mit Politikerinnen und Politikern sind von großer Wertschätzung diakonischer Arbeit geprägt.

Es hat uns gefreut, dass die Politik auch mit Einführung einer Pflegeprämie den Einsatz der Mitarbeitenden würdigt. Wir hätten uns dies auch für die Behindertenhilfe und andere Bereiche gewünscht. Auf jeden Fall machen wir uns dafür stark, dass die Wertschätzung sozialer Berufe in Politik und Gesellschaft bestehen bleibt. Die Wohlfahrtspflege hat einen wesentlichen Anteil daran, dass Baden-Württemberg die Corona-Krise bislang so gut meistern konnte.

Auch in der Landesgeschäftsstelle musste vieles anders weitergehen. Wir haben aktiv mitgewirkt an der Entwicklung des Landesrahmenvertrages zum Sozialgesetzbuch IX, das die Selbstbestimmung und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gesellschaft regelt, und wesentliche Interessen unserer Mitglieder nachdrücklich vertreten. Manches musste ausfallen: der Kongress zu 75 Jahre Evangelisches Hilfswerk in Württemberg oder die Eröffnung der Woche der Diakonie. Durch den Wegfall vieler Gottesdienste fehlen uns wichtige finanzielle Mittel. Aber es gibt auch Positives: ein Schub in digitaler Kommunikation. Die Landeskirche hat unseren Corona-Soforthilfe-Fonds „Mutmacher“ mit einer Million Euro aufgestockt. Nachdem unsere Forderung nach einer Corona-Aufstockung der Hartz-IV-Leistungen erfolglos blieb, haben wir selbst Hilfe geschaffen für Menschen, die durch die Krise ganz besonders belastet sind. Als Signet haben wir einen Regenbogen gewählt: Gottes Hoffnungszeichen.

Der Regenbogen: Gottes Hoffnungszeichen

Wir danken allen Mitarbeitenden, Partnerinnen und Partnern in Verbänden und Politik, unseren Spenderinnen und Spendern – allen, die Arbeit und Anliegen der Diakonie unterstützen.

Seien Sie behütet.

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender 
Kirchenrätin Eva-Maria Armbruster, Vorstand Sozialpolitik
Dr. Robert Bachert, Finanzvorstand