International freiwillig

Die internationalen Freiwilligendienste sind besonders von der Corona-Pandemie betroffen. Im Jahrgang 2020/21 waren keine Entsendungen ins Ausland möglich – Einsatzstellen, Partnerorganisationen und vor allem die bereits vermittelten Bewerberinnen und Bewerber mussten enttäuscht werden. Auch Einreisen aus dem Ausland waren nicht möglich – die deutschen Botschaften stellten keine Visa aus.

Somit sind die internationalen Freiwilligendienste ein Spiegel innen- und außenpolitischer Entscheidungen auf der Grundlage globaler Entwicklungen. Die Corona-Pandemie wirkt sich auf internationale Austauschprogramme besonders langfristig aus. Auch die global sehr unterschiedliche Verteilung von Testkapazitäten und Impfstoffressourcen wirkt sich hinderlich aus und zeigt die Benachteiligung des globalen Südens. Mobilität und Migration sind dramatisch erschwert.

Die Visavergabepraxis der deutschen Botschaften, die aufgrund von Lockdowns im Jahr 2020 in vielen Ländern komplett ausgesetzt wurde, kam 2021 langsam wieder in Gang. Auch für die Freiwilligendienste ist Zuversicht angebracht.

Umgekehrt sind auch 2021 keine Entsendungen mit dem Weltwärts-Programm in Einsatzstellen unserer Partnerorganisationen in Palästina, der Côte d’Ivoire, Peru und Tansania möglich. Für die genannten Länder bestehen seit geraumer Zeit COVID-19-bedingte Reisewarnungen, die absehbar nicht aufgehoben werden. Im zweiten Jahr in Folge können die ausgewählten Kandidatinnen und Kandidaten ihren entwicklungspolitischen Lerndienst daher nicht wie geplant im Ausland antreten. Dem steht ein im Jahrgang 2021/22 hohes Bewerber-Aufkommen gegenüber: Alle Einsatzstellen im Nord-Süd-Programm von Weltwärts hätten besetzt werden können. Dies ist nicht nur für die Betroffenen schwierig, sondern bedeutet auch einen dramatischen Einschnitt für globales Lernen und die Umsetzung entwicklungspolitischer Ziele.

In Zeiten pandemisch eingeschränkter Bewegungsfreiheit wird der Radius kleiner. Die Abteilung Freiwilliges Engagement konzentriert sich auf Entsendungen nach Griechenland und Israel.

Dennoch trotzt die Diakonie der Pandemie. Die Kontakte zu den Partnerorganisationen im Globalen Süden werden aufrechterhalten. Eine internationale Partnerschaftskonferenz ist geplant. Und sobald es wieder möglich ist, beginnt der Neustart und die Wiederaufnahme der Programme. Junge Erwachsene lernen neue Perspektiven kennen und können ihrerseits für Mitarbeitende und Klienten in ihren Einsatzstellen Auslöser für einen Perspektivwechsel sein. Die Reflexion globaler Machtstrukturen sowie eine rassismuskritische und diversitätsbewusste Grundhaltung sind wichtige Voraussetzungen, um zur Gestaltung einer global gerechteren Welt beizutragen.

Internationale Freiwilligendienste regen dazu an und prägen junge Menschen für ihr ganzes Leben. Dies ist zu wichtig, um es bleiben zu lassen! Der Pflege partnerschaftlicher Netzwerke, dem Kontakt zu jungen, interessierten Menschen und der Aufrechterhaltung von Strukturen zur Umsetzung internationaler Freiwilligendienste gilt daher das Engagement der Mitarbeitenden der Abteilung Freiwilliges Engagement in diesen Zeiten.

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